Gottéron: Eine historische Saison auf dem Eis, auf den Rängen und in den Bilanzen
26/08/2026
Fribourg-Gottéron hat an diesem Mittwoch seine ordentliche Generalversammlung in der BCF Arena abgehalten. Das Geschäftsjahr 2025-2026 wird als eines der denkwürdigsten in der Clubgeschichte eingehen, mit einem ersten Schweizer Meistertitel, einem Zuschauerrekord, stark verbesserten Finanzergebnissen und einer umfassenden Reorganisation seiner Struktur.
Sechsundvierzig Jahre nach dem Aufstieg in die höchste Liga hat Gottéron endlich den lang ersehnten nationalen Titel geholt. Am 30. April besiegten die Drachen in Davos und trugen sich zum ersten Mal in die Siegerliste der Schweizer Meisterschaft ein. Dieser Triumph markierte auch das Karriereende von Julien Sprunger, der sein 1'186. und letztes Spiel im Freiburger Trikot bestritt.
Die Begeisterung der Bevölkerung war dem Ereignis angemessen. Die BCF Arena war bei allen Saisonspielen ausverkauft, mit insgesamt über 375'000 Zuschauern. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden ausverkauften Spiele beträgt nun 102.
Obwohl das siebte Finalspiel in Davos ausgetragen wurde, versammelten sich fast 30'000 Fans in und um die BCF Arena, um das Spiel zu verfolgen. Zwei Tage später versammelte der Meisterumzug rund 80'000 Menschen in den Strassen Freiburgs und bot dem Club und seinen Fans eine Feier, die diesem ersten Titel würdig war.
Diese Dynamik spiegelte sich auch in den Bilanzen wider. Zum ersten Mal übertraf der Umsatz von Fribourg-Gottéron die 40 Millionen Franken, während der Reingewinn die Millionengrenze überschritt. Ein Ergebnis, das es dem Club ermöglicht, sein Eigenkapital zu stärken und seine weitere Entwicklung auf einer soliden finanziellen Basis anzugehen.
Auch das Merchandising verzeichnete einen neuen Rekord, insbesondere angetrieben durch den Finaleinzug und den nationalen Titel. Im digitalen Bereich haben die Drachen ebenfalls einen neuen Meilenstein erreicht, mit 122 Millionen Instagram-Aufrufen während der Saison. Der Club hat ausserdem eine neue App, eine neue Website sowie ein digitales Matchprogramm lanciert.
Auch die Gastronomie erlebte ein aussergewöhnliches Jahr mit einem Umsatz von über 12 Millionen Franken. Die Eröffnung des Stamm Cardinal ergänzte das Angebot in der BCF Arena, die auch mehrere nationale Grossveranstaltungen wie Bellarena, die Superfinal und Art on Ice beherbergte.
Dieses Wachstum wurde von einer internen Reorganisation begleitet. Seit dem 1. Januar 2026 wurden die Abteilungen Business und Services geschaffen, um die Entwicklung des Clubs zu unterstützen. Die erste Abteilung umfasst insbesondere Sponsoring, Marketing, Merchandising, Kommunikation, Brand und Digitales, während die zweite Infrastruktur, Finanzen und Administration vereint.
Auch die Nachwuchsförderung und das Fraueneishockey setzten ihre Entwicklung fort. Die Juniorenbewegung zählt nun 16 Teams und rund 330 Jugendliche, dazu kommen über 100 Teilnehmer in der Hockeyschule. Eine Entwicklung, die jedoch ein wachsendes Problem aufzeigt: Die verfügbaren Infrastrukturen im Kanton können die Nachfrage aller Jugendlichen, die Eishockey entdecken möchten, nicht mehr decken.
Die Fribourg-Gottéron Ladies haben ihrerseits ihre Entwicklung bestätigt, indem sie die Bronzemedaille in der Meisterschaft gewannen.
Die Generalversammlung markierte schliesslich auch einen Wechsel an der Spitze des Clubs. Nach sieben Jahren als Präsident tritt Hubert Waeber aus dem Verwaltungsrat zurück. Seit 2015 Mitglied des Rates und seit 2019 Präsident, hat er insbesondere den Bau der BCF Arena und die Entwicklung des Clubs bis zum ersten Schweizer Meistertitel begleitet. In Anerkennung seines Engagements wurde er zum Ehrenpräsidenten von Fribourg-Gottéron sowie zum Präsidenten der Gottéron-Stiftung ernannt.
Yvan Haymoz folgt ihm als Präsident des Verwaltungsrates nach. Seit 2013 Mitglied und seit 2019 Vizepräsident, beabsichtigt der Greyerzer, die Entwicklung des Clubs fortzusetzen, während er dessen Identität und regionale Verankerung bewahrt.
Isabelle Emmenegger und Bruno Marmy treten ebenfalls dem Verwaltungsrat bei. Sébastien Dorthe, Stéphane Schlaeppy, Steve Michel und Maxime Droux wurden ihrerseits für ein weiteres Jahr wiedergewählt. Isabelle Emmenegger ist damit die erste Frau, die im Verwaltungsrat von Fribourg-Gottéron sitzt.
«Die Übernahme des Präsidentenamts von Fribourg-Gottéron ist eine immense Ehre, aber auch eine grosse Verantwortung. Der Club kommt aus einer aussergewöhnlichen Saison und steht heute auf soliden Grundlagen. Unser Ziel ist es, seine Entwicklung fortzusetzen und dabei seiner Identität, seiner regionalen Verankerung und den Werten, die seine Stärke ausmachen, treu zu bleiben», betont Yvan Haymoz.