René Fasel zurück in der Hockey-Familie anlässlich der Eishockey-Weltmeisterschaft
17/05/2026
Lange Zeit von der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) auf Distanz gehalten, hat René Fasel anlässlich der Eishockey-Weltmeisterschaft in Freiburg und Zürich nun doch eine offizielle Akkreditierung erhalten, wie die NZZ berichtet.
Der Freiburger, der von 1994 bis 2021 insgesamt 27 Jahre lang Präsident der IIHF war, hatte sein Amt unter schwierigen Umständen niedergelegt. Seine engen Verbindungen zu Russland hatten sein Image im internationalen Eishockey des Westens stark beeinträchtigt. Fasel, der russischer Staatsbürger wurde, Wladimir Putin nahestand und in der KHL aktiv war, hatte insbesondere den Ausschluss Russlands von der Eishockey-Weltmeisterschaft 2022 kritisiert.
Selbst nachdem er von der IIHF-Ethikkommission entlastet worden war, wurde der ehemalige Funktionär nicht mehr offiziell zu den grossen Wettbewerben des Verbandes eingeladen. Im Jahr 2025 hatte er anvertraut, wie schwer ihm diese Situation falle, und erklärt, er sei für einige ehemalige Kollegen plötzlich aus dem Blickfeld verschwunden.
Wenige Tage vor Beginn des Turniers in der Schweiz hat René Fasel schliesslich den Kontakt zur IIHF wieder aufgenommen, um seine symbolische Wiedereingliederung in die «Hockey-Familie» zu beantragen. Sein Antrag wurde angenommen, und somit erhält er während des Wettbewerbs eine offizielle Akkreditierung.
Der Freiburger versichert jedoch, dass er die Spiele auch ohne diese Sondergenehmigung besucht hätte. Diese Akkreditierung ermöglicht es ihm vor allem, sich in den Kulissen leichter zu bewegen und mehrere ehemalige Weggefährten wiederzutreffen.
René Fasel, der Fribourg-Gottéron, wo er eine Loge besitzt, stets sehr nahesteht, hat zudem gerade einen seiner grossen Träume erlebt: den ersten Schweizer Meistertitel, den der Freiburger Club errungen hat. Er hofft nun, die Schweiz möge vor heimischem Publikum ihren ersten Weltmeistertitel gewinnen.
Diese Weltmeisterschaften werden für ihn auch einen besonderen Reiz haben, da die Schweiz das Turnier 36 Jahre nach der Ausgabe von 1990, die in Bern und Freiburg stattfand, erneut ausrichtet. Damals hatte René Fasel bereits eine wichtige Rolle in den Beziehungen zwischen Fribourg-Gottéron und dem russischen Eishockey gespielt, insbesondere bei der Ankunft des berühmten Duos Wjatscheslaw Bykow – Andrej Chomutow beim Freiburger Club, erinnert die Zürcher Tageszeitung.
Erwarten Sie jedoch nicht, dass er sich in den kommenden Tagen noch ausführlicher in den Medien äussern wird: «Ich bin jetzt 76 Jahre alt. Und somit in einem Alter, in dem man nicht mehr in den Medien auftreten muss. Ich habe mein krankhaftes Bedürfnis, mich in den Vordergrund zu drängen, überwunden», gesteht er der NZZ.