Stellungnahme zu den Reformplänen der National League
18/03/2026
Die kürzlich vorgestellten Reformpläne der National League für die Sky Swiss League sorgen für Irritation, insbesondere wegen fehlender Abstimmung und Auswirkungen auf Nachwuchs, Sky Swiss League und regionale Clubs.
Die jüngst kommunizierten Reformpläne der National League sorgen bei der Swiss Ice Hockey Federation und in Grossteilen der Eishockey-Familie für grosse Irritation und Unverständnis. Über mehrere Monate hinweg wurden wir wiederholt auf spätere Gespräche vertröstet, mit der Zusicherung, dass auf Basis der bereits vorliegenden Ergebnisse der vertieften Analyse einer externen Firma gemeinsam mit allen relevanten Stakeholdern tragfähige Lösungen für die Zukunft des Schweizer Eishockeys erarbeitet werden sollen. Umso befremdlicher ist es, dass nun ein weitreichender Vorschlag präsentiert wurde, ohne dass zuvor eine ernsthafte gemeinsame Diskussion stattgefunden hat und dass er anschliessend bereits in den Medien kommentiert wurde.
Die Idee, die Sky Swiss League als zweithöchste Schweizer Profiliga auf 24 Teams aufzustocken, davon 13 U23-Mannschaften, stellt einen tiefgreifenden Eingriff in die bestehende Struktur dar. Ein solcher Reformansatz scheint primär aus der Perspektive des Profibetriebs entwickelt worden zu sein. Eine nachhaltige Lösung für das Schweizer Eishockey muss jedoch ganzheitlich betrachtet werden und die Interessen sämtlicher Ebenen berücksichtigen, von der Nachwuchsausbildung über die bestehenden Clubs bis hin zu den regionalen Strukturen. Das Schweizer Eishockey lebt langfristig von einer breit abgestützten Infrastruktur. Viele Spieler kommen über die regionalen Clubs zum Eishockey.
Besonders irritierend ist zudem die Ankündigung der National League, im Falle einer Ablehnung ihres Vorschlags eine eigene Liga zu gründen. Dieses Vorgehen wirkt wie ein einseitiger Alleingang und steht im Widerspruch zum Anspruch, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Reformen dieser Tragweite müssen im Dialog entstehen, nicht durch öffentlichen Druck oder Vorstösse ohne vorherige Abstimmung.
Hinzu kommt, dass die vorgeschlagene Lösung faktisch noch mehr in Richtung einer geschlossenen obersten Liga führen würde - eine Entwicklung, die wir klar ablehnen. Das Schweizer Eishockey lebt vom sportlichen Wettbewerb, der Attraktivität vom Auf- und Abstieg und von durchlässigen Strukturen zwischen den Ligen.
Es ist zudem offensichtlich, dass von der vorgeschlagenen Struktur in erster Linie die Clubs der National League profitieren würden. Die Auswirkungen auf die Sky Swiss League sowie auf die gesamte Nachwuchsförderung, auch in den Regionen, bleiben hingegen weitgehend unbeantwortet.
Auch aus statutarischer Sicht ist der vorgeschlagene Weg problematisch. Für die im Raum stehende Lösung wäre eine Statutenänderung des Verbands erforderlich. Sowohl der Nachwuchs-, Amateur- und Frauensport (NAFS) als auch die National League verfügen bei Statutenänderungen über eine Sperrminorität.
Darüber hinaus zeigen Untersuchungen zum Schweizer Eishockey klar, welche zentrale Rolle die Sky Swiss League im Entwicklungsweg von Spielern spielt. Fast neun von zehn Spielern, die sich langfristig in der National League etablieren konnten, wurden über die Sky Swiss League an das höchste Niveau herangeführt. Diese Liga erfüllt damit eine zentrale und bislang kaum ersetzbare Funktion in der Ausbildung von Spitzenspielern. Ob eine U23-Liga diese Aufgabe in vergleichbarer Qualität übernehmen kann, ist höchst fraglich und bislang nicht belegt.
Wir alle verfolgen dasselbe Ziel: Eine stabile und zukunftsfähige Struktur für das Schweizer Eishockey, um den langfristigen Erfolg auf allen Ebenen sicherzustellen. Genau deshalb braucht es offene Gespräche, Transparenz und Lösungen, die von allen Beteiligten getragen werden. Einseitige Vorstösse helfen diesem Prozess nicht weiter.
Die Swiss Ice Hockey Federation steht weiterhin bereit, konstruktiv an einer nachhaltigen Reform zu arbeiten, im Dialog mit allen Partnern und im Interesse des gesamten Schweizer Eishockeys.
Verwaltungsrat Swiss Ice Hockey