PWHL: Obligatorischer Halsschutz, hoher Stock erlaubt und gestrafftes Schiedsrichterwesen für die Saison 2026-27
05/11/2026
Die Professional Women's Hockey League (PWHL) hat mehrere grundlegende Änderungen an ihrem offiziellen Regelbuch für die Saison 2026-27 bekannt gegeben. Diese Anpassungen zielen darauf ab, die Sicherheit der Spielerinnen zu erhöhen, den Spielfluss zu verbessern und die Auslegung von Bodychecks zu präzisieren. Parallel dazu hat die Liga die Zusammensetzung ihres Schiedsrichterkorps offiziell bestätigt, das nun auf 42 Offizielle reduziert wurde, um die Entscheidungsfindung über die 180 Partien der regulären Saison hinweg zu vereinheitlichen.
Obligatorischer Halsschutz (Regel 9.10)
Als zentrale Massnahme zur Reduzierung des Risikos von Schnitt- und schweren Verletzungen wird das Tragen eines schnittfesten Halsschutzes für alle Spielerinnen, einschliesslich der Torhüterinnen, zur Pflicht. Die Ausrüstung muss den ANSI/ISEA-Normen mit einem Mindestschutzniveau von A4 entsprechen (ein Wert von A5 wird empfohlen). Dieser Schutz muss während der gesamten Spieldauer getragen werden, einschliesslich des Aufwärmens vor dem Spiel.
Mit hohem Stock gespielter Puck (Regel 82)
Um den Spielfluss zu fördern und Spielunterbrüche sowie Videoüberprüfungen bei Torsituationen zu vermeiden, ist das Berühren des Pucks mit dem Stock über der normalen Schulterhöhe ab sofort gestattet. Sobald der Puck auf diese Weise berührt und anschliessend von einer Spielerin eines der beiden Teams (einschliesslich derjenigen, die den Kontakt herbeigeführt hat) direkt oder nach einem Abpraller an einer Spielerin oder einem Offiziellen übernommen oder kontrolliert wird, läuft das Spiel ohne Pfiff weiter und der Schiedsrichter zeigt unverzüglich das Auswinken (Washout) an. Das Führen des Pucks auf der Schaufel über Schulterhöhe im Lacrosse-Stil ist im laufenden Spiel ebenfalls erlaubt, wird jedoch bei einem Penalty oder im Penaltyschiessen formell abgepfiffen und als Fehlversuch gewertet.
Klarstellung zu Bodychecks (Regel 52.1)
Physisches Spiel bleibt in der PWHL erlaubt, sofern es in reglementkonformen Situationen stattfindet. Zulässige Kontakte sind nun klar detailliert: Sie sind erlaubt, wenn eine offensichtliche Absicht besteht, den Puck zu spielen oder in dessen Besitz zu gelangen, wenn eine Spielerin ihre Körperposition nutzt, um die Gegnerin in derselben Laufrichtung vom Puck zu trennen, wenn eine Spielerin ihre Position hält oder gegenüber einer gegnerischen Scheibenführerin stehen bleibt (keine Pflicht auszuweichen, um eine Kollision zu verhindern), oder bei einem direkten Zweikampf um den Puck.
Im Gegenzug werden Checks aus dem toten Winkel gegen eine wehrlose Gegnerin, das Abspringen vom Eis oder das Ausstrecken des Arms bei einem Check nach oben sowie vorsätzliche Checks mit übermässiger Härte strikt geahndet.
Eine in der Verlängerung der Preseason getestete Regel
In den zwölf Vorbereitungsspielen wird die PWHL ein neuartiges Format testen: Wird in der Verlängerung eine kleine Strafe ausgesprochen, hat das nicht fehlbare Team die Wahl zwischen einem klassischen Powerplay in 4-gegen-3-Überzahl oder der direkten Zuerkennung eines Penaltys, der von jeder auf dem Spielberichtsbogen eingetragenen Spielerin ausgeführt werden kann. Alle Vorbereitungsspiele beinhalten unabhängig vom Spielstand nach der regulären Spielzeit eine Verlängerung im Format 3-gegen-3, gefolgt von einem Penaltyschiessen.
Ein auf 42 Offizielle reduziertes Schiedsrichterkader
Nach einer während der Zwischensaison durchgeführten Analyse wurde das Schiedsrichteraufgebot von 59 auf 42 Mitglieder reduziert (21 Hauptschiedsrichter und 21 Linienrichter), um die Anzahl der Spielleitungen pro Person zu erhöhen und eine bessere Beständigkeit bei den Entscheiden zu gewährleisten. Die Gruppe umfasst 22 Frauen und 20 Männer aus Nordamerika, bestehend aus 37 etablierten Kräften und fünf neuen Gesichtern, die sich im vergangenen September zu einem Weiterbildungslehrgang in Alliston, Ontario, einfanden.