Schweizer Verband «äussert sich» zum CAS-Entscheid über russische Teams
05/11/2026
Stellungnahme zum CAS-Entscheid
Swiss Ice Hockey hat den Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zur Kenntnis genommen, die russischen Nationalmannschaften wieder in die internationalen Eishockey-Wettbewerbe einzugliedern. Der Verband ist sich der Tragweite dieses Entscheids bewusst und wartet die Entwicklungen sowie die Beschlüsse des Internationalen Eishockeyverbands (IIHF) ab.
Swiss Ice Hockey ist sich der Sensibilität des Themas sowie seiner sportlichen, politischen und gesellschaftlichen Tragweite bewusst. Der Verband verfolgt die aktuellen Entwicklungen aufmerksam und nimmt die Stellungnahmen anderer nationaler Eishockeyverbände zur Kenntnis.
Marc Lüthi, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, erklärt: «Der CAS ist die oberste Instanz der internationalen Sportgerichtsbarkeit; die IIHF ist der oberste Eishockeyverband ausserhalb der NHL. Wir verurteilen Angriffskriege und akzeptieren sie nicht. Allerdings befinden wir uns nicht auf politischer, sondern auf sportlicher Ebene. Es obliegt in erster Linie der IIHF, über die nächsten Schritte und die Umsetzung des CAS-Entscheids zu befinden, dem ich persönlich kritisch gegenüberstehe. Es wird insbesondere zu prüfen sein, ob und unter welchen Bedingungen russische Nationalmannschaften wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen können oder ob weiterhin Gründe für die Aufrechterhaltung eines Ausschlusses vorliegen. Solange diese Fragen nicht geklärt sind, ist es zu früh, über allfällige Konsequenzen für die Schweiz zu spekulieren.
Sobald wir mehr Klarheit über die von der IIHF gewählte Vorgehensweise haben, werden wir eine sorgfältige Analyse der Situation in der Schweiz vornehmen und uns mit den zuständigen politischen Organen sowie den weiteren Interessengruppen austauschen. Die Swiss Ice Hockey Federation wird einen Entscheid von solcher Tragweite nicht im Alleingang treffen. Schritte zu überstürzen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht die richtige Lösung. Es ist entscheidend, die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen und die Situation ruhig, sachlich und ohne voreilige oder emotionsgetriebene Schlüsse zu prüfen.»
In Anbetracht der ausserordentlichen Situation hat sich Marc Lüthi heute gegenüber SRF vor Ablauf der von ihm angekündigten 100-Tage-Frist geäussert. Diese Ausnahme beschränkt sich auf die aktuelle Thematik und dieses Interview. Im Übrigen hält Marc Lüthi an der ursprünglich kommunizierten Frist fest.