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HC Ambri-Piotta unter dem Druck einer Schuldenlast von fast 30 Millionen Franken


13/09/2026

Trotz der ungebrochenen Fan-Begeisterung, die sich in über 5'000 verkauften Dauerkarten und 3'500 bei der traditionellen Saisonpräsentation versammelten Anhängern zeigte, steckt der HC Ambri-Piotta in einer Finanzkrise von beispiellosem Ausmass. Laut Enthüllungen der NZZ am Sonntag belaufen sich die Gesamtschulden des Leventiner Klubs mittlerweile auf fast 30 Millionen Franken – eine Situation, die von der Lizenzkommission der National League offiziell als «besorgniserregend» eingestuft wird. Das Geschäftsjahr 2025-2026 endete für die Tessiner Organisation zudem mit einem hohen konsolidierten Defizit von 848'093 Franken.

Die Hauptfinanzlast resultiert aus der 2021 eröffneten Gottardo Arena, die allein 22 Millionen Franken Hypothekarschulden verursacht, da kaum Nebenveranstaltungen stattfinden, die sie rentabel machen könnten. Hinzu kommen fast 3 Millionen Franken aus Covid-Krediten, die bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufgenommen wurden, sowie zahlreiche private Forderungen, wie die Sonntagszeitung detailliert berichtet.

Der seit Februar amtierende Präsident Davide Mottis räumt grössere Liquiditätsengpässe ein als erwartet, versichert aber, die Lage im Griff zu haben, nachdem er die Konditionen mit den vier Gläubigerbanken neu verhandelt hat. Die Vereinsführung weist Gerüchte über vorzeitige Kapitaleinwerbungen bei Sponsoren oder einen Zahlungsausfall bereits im November zurück und setzt stattdessen auf eine erneute Kapitalerhöhung sowie eine strikte Budgetdisziplin.

Dieser Sparplan führte unter anderem zur überstürzten Auflösung des Frauenteams auf Initiative von Sportdirektor Lars Weibel. Obwohl Weibel die Investitionen in die erste Mannschaft erhöhen wollte, wird die Lohnsumme des Männerkaders in dieser Saison gesenkt, um den Sanierungskriterien und den eidgenössischen Auflagen gerecht zu werden. Die Unmöglichkeit, einen siebten Ausländer dauerhaft zu beschäftigen, zeigte sich auch in der dreimonatigen temporären Verpflichtung des schwedischen Verteidigers William Worge Kreü, um die Abwesenheit von Jesse Virtanen zu kompensieren.

Rein sportlich geht das Team mit einer geschwächten Defensive und dem Gespenst des Abstiegskampfes in den Play-outs in die neue Saison. Der finanzielle Engpass gefährdet bereits die Zukunft des Kaders auf dem Transfermarkt, was sich in den geplanten Abgängen junger Leistungsträger wie Manix Landry und Miles Müller zeigt, die bereits für die Saison 2027-2028 beim Lausanne HC unter Vertrag stehen, während auch die Vertragsverlängerungen von Dario und Philip Wüthrich, die laut derselben Quelle ebenfalls vor dem Absprung stehen sollen, ungewiss sind.