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Code of Misconduct: Ein Dokumentarfilm über die fünf wegen sexuellen Übergriffs angeklagten Spieler von Hockey Canada


22/06/2026

Unser Tipp für einen spannenden Abend: Der Dokumentarfilm «Code of Misconduct» beleuchtet einen der aufsehenerregendsten Fälle in der jüngeren Geschichte des kanadischen Eishockeys. Unter der Regie von Sébastien Trahan analysiert der Film den Prozess wegen sexuellen Übergriffs, in den fünf ehemalige Mitglieder der 2018er Junioren-Weltmeistermannschaft Kanadas verwickelt sind, und erweitert die Betrachtung auf die strukturellen Probleme, die im Eishockeyumfeld weiterhin bestehen.

Der Dokumentarfilm begleitet insbesondere die Arbeit des TSN-Journalisten Rick Westhead, der die Enthüllungen über die Zivilklage einer jungen Frau, identifiziert unter den Initialen E.M., ins Rollen brachte. Seine Untersuchung deckte zudem mehrere Missstände innerhalb von Hockey Canada auf, darunter die Existenz eines Fonds, der jahrelang dazu genutzt wurde, Anschuldigungen sexueller Übergriffe diskret beizulegen.

Über den juristischen Aspekt hinaus beleuchtet «Code of Misconduct» die Wurzeln des Problems. Zu den Interviewpartnern gehört Catherine Laroche, Überlebende eines sexuellen Übergriffs und heute aktiv in der Aufklärung von Eishockeyspielern über das Thema Einwilligung und Konsens. Ihrer Meinung nach müssen die Veränderungen das gesamte Sport-Ökosystem betreffen: Spieler, Trainer, Eltern, Medien und Fans.

Der Dokumentarfilm geht auch auf die beunruhigenden Details des Falls von 2018 ein, darunter den Austausch von Nachrichten zwischen einigen Spielern und die Anwesenheit mehrerer Personen im Hotelzimmer, in dem sich die mutmasslichen Vorfälle ereigneten. Die Filmemacher heben hervor, dass damals nur wenige die Situation hinterfragten.

Der Film räumt auch dem investigativen Journalismus einen wichtigen Platz ein. Rick Westhead betont die Bedeutung, Zeit und Ressourcen für komplexe Fälle aufzuwenden, da das Vertrauen zu den Quellen unerlässlich sei, um oft schwer aufzudeckende Wahrheiten ans Licht zu bringen.

Durch die Zeugenaussagen von Polizisten, Anwälten, Journalisten und ehemaligen Spielern möchte «Code of Misconduct» letztlich eine breitere Reflexion über die Eishockey-Kultur anregen und Wege aufzeigen, wie solche Situationen in Zukunft verhindert werden können. Der Dokumentarfilm lädt Eltern zudem ein, mit ihren Kindern über Verhaltensweisen, individuelle Verantwortlichkeiten und die richtigen Entscheidungen zu sprechen, wenn sie Zeugen problematischer Situationen werden.

Bald verfügbar auf Prime Video