Šimon Hrubec prangert «Ausrüstungs-Doping» in der Schweiz an
23/04/2026
Der tschechische Torhüter Šimon Hrubec bricht sein Schweigen und beleuchtet ein in der Schweiz selten angesprochenes Problem: die Verwendung von nicht regelkonformer Ausrüstung durch einige Torhüter. In einem scharfen Kommentar für die tschechische Website iSport vergleicht er diese Praktiken mit Doping und prangert mangelnde Kontrollen an.
Ihm zufolge verwenden mehrere Torhüter, die in der National League spielen, modifizierte Polsterungen, um ihre Statur, insbesondere im Schulterbereich, künstlich zu vergrössern. Eine Situation, die er als «offenes Geheimnis» bezeichnet, die aber nie wirklich sanktioniert würde. Hrubec erklärt, dass, obwohl das Material ursprünglich durch ein Zertifizierungssystem validiert wird, nichts nachträgliche Änderungen ohne echte Überwachung verhindert.
Der Torhüter weist auch auf die Grenzen der Kontrollen während des Spiels hin. Die Schiedsrichter würden sich darauf beschränken, das Vorhandensein des offiziellen Siegels zu überprüfen, ohne jedoch mögliche Ergänzungen erkennen zu können. Das Ergebnis: Einige Spieler würden einen direkten Vorteil geniessen, in einem Sport, wo wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen können.
Für Hrubec geht es dabei um mehr als nur eine reine Regelfrage. Er ist der Ansicht, dass diese Praktiken klar als Betrug einzustufen sind, gleichbedeutend mit Doping, und auch als solcher sanktioniert werden sollten. Er erwähnt auch die psychologische Auswirkung auf die Schützen, wenn sie Torhütern gegenüberstehen, die imposanter wirken, als sie es eigentlich sein sollten.
Ohne Namen zu nennen, betont der Tscheche, dass die betreffenden Torhüter sich der Situation vollkommen bewusst sind. Er bedauert auch eine Form impliziter Toleranz innerhalb der Szene, wobei einige sogar von einem «stillschweigenden Abkommen» unter Torhütern sprechen.
Angesichts dieser Fehlentwicklung fordert Hrubec ein Umdenken und strengere Massnahmen, um die Fairness zu gewährleisten. Er erinnert daran, dass Leistungen und Verträge direkt von den Ergebnissen auf dem Eis abhängen.