Roger Rönnberg: « Ich bin derzeit am richtigen Ort »
28/08/2026
Nach zwölf Jahren bei Frölunda entschied sich Roger Rönnberg letzten Sommer, zum ersten Mal den Schritt ins Ausland zu wagen und wechselte zu Fribourg-Gottéron. In seiner ersten Saison in der Schweiz schrieb der schwedische Coach sofort Clubgeschichte, indem er den ersten Schweizer Meistertitel in der Clubgeschichte errang.
Einige Monate nach diesem Triumph blickt Rönnberg im Gespräch mit HockeyNews auf eine Saison zurück, die alles andere als einfach war. Verletzungen und diverse Schwierigkeiten prägten den Weg der Fribourger, doch die Gruppe stärkte sich zusehends. « Vieles hat sich schliesslich gefügt. Der Weg war nicht einfach, einiges lief auch gegen uns. Wir mussten kämpfen und mit Verletzungen umgehen, aber ich denke, dass wir als Gruppe im Laufe der Wochen enger zusammengewachsen sind », erklärt er.
Für den schwedischen Trainer trugen die Schwierigkeiten letztendlich dazu bei, das Team zusammenzuschweissen. « Wir haben alle Schwierigkeiten überwunden. Als die Playoffs begannen, hatten wir meiner Meinung nach eine Gruppe, die wirklich füreinander spielte. Wir hatten ein gemeinsames Ziel und fanden einen Spielstil, an den wir glaubten. Jeder fand seine Rolle und akzeptierte sie. Die Dinge fügten sich zusammen. »
Rönnberg räumt jedoch ein, dass der Titel zu Beginn seines Fribourger Abenteuers keine Gewissheit war. « Man muss wagen zu träumen und daran glauben. Alle Spitzentrainer starten mit dem Ziel, zu gewinnen, in eine Saison. Aber ich konzentrierte mich mehr auf den Aufbau einer Identität und auf den Prozess als auf das Endergebnis. »
Ein Jahr nach seiner Ankunft äussert sich der Schwede auch sehr positiv zur National League. « Es ist beeindruckend hier. Ich habe immer mehr Respekt vor dieser Liga, das Wettkampfniveau ist sehr hoch. Wenn man in einem Spiel nicht mithält, hat man keine Chance. Man muss mit viel Intensität spielen und die Duelle sind in jeder Begegnung hart. »
Beruflich gesehen, findet Rönnberg letztendlich, dass sein Alltag sich nicht so sehr von dem unterscheidet, den er in Schweden kannte. « Ich finde nicht, dass es einen so grossen Unterschied gibt. Der Prozess ist ähnlich. Meine Aufgabe bleibt es, Vertrauen im Team zu schaffen, zu lehren und zu führen. Im Grunde mache ich hier dasselbe, auch wenn ich an einem anderen Ort bin. »
Auf persönlicher Ebene war die Veränderung hingegen bedeutsam. Nachdem er über ein Jahrzehnt in Göteborg verbracht hatte, stellte der Umzug in die Schweiz eine echte Umwälzung dar. Der Coach nutzte insbesondere seine freien Tage, um seine neue Umgebung zu erkunden. « Ich bin viel draussen und liebe besonders die Natur hier sowie ihre Nähe. Es ist ein unglaublich schönes Land. Ich mag die Westküste Schwedens, aber die Berge haben mir doch ein wenig gefehlt und jetzt sind sie wieder nah. Das ist wirklich schön. »
Rönnberg macht kein Hehl daraus, dass Schweden ihm manchmal fehlt. « Viele Menschen fehlen mir, ebenso der SHL-Alltag. Wenn man so lange am selben Ort bleibt, knüpft man natürlich viele wichtige Beziehungen. » Dennoch ist er der Ansicht, dass sein Wechsel nach Fribourg zum besten Zeitpunkt erfolgte. « Gleichzeitig denke ich, dass ich derzeit am richtigen Ort bin. Es war der richtige Zeitpunkt in meinem Leben. Es war auch der richtige Zeitpunkt für Frölunda, mich gehen zu lassen und jemand anderen zu holen, der den Club voranbringen kann. »
Der ehemalige Trainer von Frölunda verfolgt übrigens weiterhin die Leistungen seines ehemaligen Clubs aus der Ferne. Doch seine Aufmerksamkeit gilt nunmehr hauptsächlich Fribourg-Gottéron und der Vorbereitung auf seine zweite Saison in der Schweiz.
Nach dem historischen Titel wird der Druck unweigerlich grösser sein. Rönnberg ist sich dessen bewusst, weigert sich jedoch, die Ergebnisse die tägliche Arbeit diktieren zu lassen. « Wenn man gewinnt, steigen die Erwartungen. Aber man darf sich nicht nur vom Ergebnis leiten lassen. Man muss auch schauen, was der Club aufbauen will und daran weiterarbeiten. Strukturen schaffen und sich Tag für Tag ständig verbessern wollen. Das ist besonders wichtig nach einem Sieg, um nicht stehenzubleiben. »