National League Gehälter: Das Romandie-Trio fordert die Deutschschweizer Zugpferde heraus
19/06/2026
Die Schweizer Eishockeymeisterschaft bleibt eine der attraktivsten Destinationen für Eishockeyspieler ausserhalb der NHL. Auch wenn die ZSC Lions weiterhin zu den prestigeträchtigsten Clubs des Landes zählen, schätzt Sportchef Sven Leuenberger, dass sich die wirtschaftliche Hierarchie im Laufe der Jahre verengt hat.
Gemäss einem Interview mit der finnischen Zeitung Italehti gab es eine Zeit, in der nur wenige Vereine, namentlich Zürich, Bern, Lugano und Davos, über die nötigen finanziellen Mittel und das Prestige verfügten, um die besten Spieler anzuziehen. Diese Situation hat sich mit dem Aufkommen neuer Eishockey-Kräfte in der Schweiz gewandelt.
«Heute sind Fribourg-Gottéron, Genève-Servette und Lausanne ebenfalls in der Lage, exzellente Spieler anzuziehen. Der Abstand zu uns ist nicht mehr so gross wie früher», erklärt Leuenberger.
Obwohl die ZSC Lions weiterhin die höchsten Gehälter im Land bieten, mit Vergütungen von rund 400’000 Euro netto für die besten Ausländer und fast 700’000 Euro für einige Schweizer Stars, weigert sich der Club, seine Zukunft ausschliesslich um Stars herum aufzubauen.
Leuenberger betont die Qualität der Zürcher Nachwuchsförderung. Nicht weniger als dreizehn Spieler des aktuellen Kaders stammen aus dem Nachwuchszentrum des Clubs, das jedes Jahr ein bis zwei junge Talente in die erste Mannschaft integriert.
Der Sportchef behält auch den finnischen Markt sehr genau im Auge. In den letzten Saisons trugen Mikko Lehtonen und Juho Lammikko die Farben der Lions, und Leuenberger bekräftigt, das Profil finnischer Spieler weiterhin zu schätzen.
Ausserdem könnte das europäische Eishockey in den kommenden Jahren vor neuen Herausforderungen stehen. Die jüngste Eröffnung eines NHL-Büros in Zürich und die Entwicklungsbemühungen der nordamerikanischen Liga in Europa befeuern Spekulationen über eine mögliche Expansion der transatlantischen Meisterschaft.
Leuenberger äussert sich vorsichtig zu dieser Perspektive. Seiner Meinung nach wären Eintrittspreise, wie sie in Nordamerika üblich sind, selbst in der Schweiz schwer zu akzeptieren und würden das Eishockey zu einem Sport machen, der einer Elite vorbehalten ist.
Der Zürcher Sportchef schätzt zudem, dass das Wirtschaftswachstum im europäischen Eishockey in den nächsten Jahren begrenzt bleiben dürfte. Mit mehreren bereits gebauten neuen Eisstadien in der Schweiz und einem unsicheren wirtschaftlichen Kontext müssen die Clubs andere Wege finden, um ihre Attraktivität bei Fans, Partnern und Spielern zu erhalten.