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Jan Kovář blickt nüchtern auf das Schweizer Eishockey


11/06/2026

Der tschechische Center, seit fünf Jahren Kapitän des EV Zug, beobachtet auch die wirtschaftliche Entwicklung des Schweizer Eishockeys genau, insbesondere auf dem Markt für ausländische Spieler.

In einem Interview mit iSportz am Rande der Weltmeisterschaft sprach der 36-jährige Spieler einen oft diskutierten Punkt im Umfeld an: die Gehaltspolitik der Schweizer Klubs. Ihm zufolge versuchen die eidgenössischen Organisationen nicht, in eine Logik des Überbietens einzusteigen, um internationale Spieler anzuziehen.

«Die Schweizer Klubs müssen sich bei den Gehältern nicht mit anderen Ligen messen. Sie haben ihre eigene Gehaltsstruktur und ihre Grenzen. Wenn es passt, umso besser. Wenn nicht, gehen sie zum nächsten Spieler über», erklärt er im Wesentlichen.

Ein Ansatz, der sich durch die finanzielle Solidität der National League erklärt, die als eine der attraktivsten Ligen Europas gilt. Die Klubs verfügen über beträchtliche Mittel, bevorzugen aber eine klar definierte Gehaltsstruktur mit starkem internen Wettbewerb zwischen ausländischen und nationalen Spielern.

Diese Organisation ermöglicht es, offene Bieterwettbewerbe zu vermeiden, wie sie in anderen europäischen Ligen beobachtet werden. Für die Spieler beruht die Schweizer Attraktivität nicht nur auf dem Gehalt, sondern auch auf der Vertragsstabilität, den Lebensbedingungen und dem hohen sportlichen Niveau. Die Qualität der Infrastruktur und die Sichtbarkeit der Liga spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Karriereplanung.

Kovář, der sich dauerhaft in Zug niedergelassen hat, verkörpert dieses Modell perfekt. Der Zentralschweizer Klub gehört zu den am besten strukturierten Organisationen des Landes, wo sportliche Kontinuität und ein kontrolliertes Vertragsmanagement bevorzugt werden. In diesem Kontext bleiben individuelle Leistungen eng mit dem ständigen Wettbewerb um die begrenzten Ausländerplätze in jedem Kader verbunden.

Der Tscheche betont zudem, dass diese Dynamik dazu beiträgt, ein hohes Anforderungsniveau aufrechtzuerhalten: Jede Saison müssen die Spieler ihren Wert beweisen, um ihre Position zu behalten, ohne Garantie, die ausschliesslich mit ihrem Status oder Ruf verbunden ist.

Während mehrere tschechische Nationalspieler kürzlich die Entscheidung getroffen haben, in ihre Heimatliga zurückzukehren, ist Kovář der Meinung, dass die National League für viele Profile nach wie vor eine der umfassendsten Destinationen im europäischen Eishockey ist, sowohl sportlich als auch finanziell.