Der Freiburger Staatsrat schliesst das Dossier zum Aktienverkauf von Fribourg-Gottéron ab
12/07/2026
Der Freiburger Staatsrat wird keine weiteren Schritte unternehmen bezüglich der Fragen zum Verkauf der von der Freiburger Kantonalbank (BCF) gehaltenen Aktien von Fribourg-Gottéron. Er ist der Ansicht, dass die Transaktion regelkonform abgelaufen ist und keine Untersuchung notwendig ist.
In seiner Antwort auf eine Anfrage des grünliberalen Grossrats Daniel Savary hält die Kantonsregierung fest, dass die Übertragung der Titel an Pimpco SA, ein Unternehmen der Familie von Albert Michel, nicht als Insiderhandel betrachtet werden kann. Sie betont, dass sich Albert Michel, damals Präsident des Verwaltungsrats der BCF, bei den Diskussionen über die Bewertung der Aktien formell in den Ausstand begeben hatte.
Die Exekutive hebt zudem hervor, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) keine Beanstandungen bezüglich des Geschäfts geäussert hat.
Die Angelegenheit war nach einer von La Liberté veröffentlichten Untersuchung wieder aufgetaucht, die aufdeckte, dass die BCF fast ihre gesamte Beteiligung am Club an Pimpco SA abgetreten hatte. Laut mehreren vom Tagesblatt zitierten Quellen soll der Verkaufspreis im Wesentlichen symbolisch gewesen sein.
Der Staatsrat erinnert jedoch daran, dass Fribourg-Gottéron zum Zeitpunkt der Transaktion, Anfang 2019, wiederkehrende Verluste verzeichnete, mit einem durchschnittlichen Jahresdefizit von über 250'000 Franken in den fünf vorangegangenen Geschäftsjahren. Der Wert der Gesellschaft war in dieser Periode daher begrenzt.
Grossrat Daniel Savary war jedoch der Ansicht, dass das wirtschaftliche Entwicklungspotenzial des Clubs bereits bekannt war, insbesondere dank des Projekts zur Umgestaltung der BCF Arena, das damals von Albert Michel geleitet wurde. Laut La Liberté belief sich die verkaufte Beteiligung auf rund 20 % des Aktienkapitals des Clubs, der seither zum ersten Mal in seiner Geschichte Schweizer Meister geworden ist.