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Chris McSorley hat seine Wettschuld bei Marc Lüthi noch immer nicht beglichen


28/03/2026

Der ehemalige Präsident des SC Bern, Marc Lüthi, blickt in einem Interview mit der Berner Zeitung auf seine lange Karriere zurück und teilt einige Anekdoten. Hier sind einige ausgewählte Passagen.

Zu seinem "Lieblingsfeind", wie er ihn nennt, Chris McSorley, wusste man, dass er versucht hatte, ihn nach Bern zu holen – anscheinend sogar mehr als einmal: «Meine zwei oder drei Versuche, ihn nach Bern zu locken, scheiterten – insbesondere, weil er damals in Genf Eigentümer war. Aber: Er schuldet mir seit 16 Jahren ein Essen. Vor dem Playoff-Finale 2010 hatten wir um den Meistertitel gewettet. Der Verlierer sollte den Gewinner einladen. Ich warte immer noch.»

Die Dany Heatley-Saga: «Heatley schaffte es bereits, ein Bier zu trinken, während er vom Eis in die Garderobe ging – und verschenkte nach jedem Drittel seinen Stock. Nach dem dritten Spiel sagte ich zu ihm: «Bist du verrückt? Ich bezahle die doch!» Damals war die Ausrüstung für Ausländer noch inbegriffen. Er antwortete mir, dass er das in der NHL genauso mache. Ich erwiderte ihm: «Dann bezahlst du sie ab sofort selbst.» Heatleys Antwort: «Easy.» Ich hatte die Dauer des Lockouts unterschätzt und dachte, wir könnten uns das leisten.

Dann stand Heatley plötzlich in meinem Büro und sagte, er wolle nach Russland gehen. Kurz darauf klingelte das Telefon: Ein Russe teilte mir mit, dass «Heatley zu uns kommt». Ich antwortete «nein» und legte auf. Ich mag es nicht, wenn jemand nicht höflich fragt.

Das Telefon klingelte erneut. Der Mann bot 10'000 Franken an. Ich sagte wieder «nein». Dasselbe Szenario wiederholte sich alle fünf Minuten. Als ich 100'000 Franken verlangte, legte er auf. Kurz darauf rief er wieder an, stimmte zu und sagte mir, ich könne Heatley freigeben. Ich fragte ihn, ob er betrunken sei: «Zuerst das Geld, dann die Freigabe.» Eine Stunde später war das Geld auf dem Konto.

Sylvain Lefebvre. Im Jahr 2004 verpflichtete ich den NHL-Verteidiger Sylvain Lefebvre. Noch im Flugzeug erhielt er ein Angebot der New York Rangers und wollte sofort umkehren. Ich sagte zu ihm: «Warte mal, mein Junge. Du hast bei uns unterschrieben.» Ich klärte die Angelegenheit in Nordamerika. Die Antwort war klar: «Mister Lüthi, tell Mister Lefebvre that he has to stay where he is.»

Ich fragte Lefebvre, ob er jetzt schmollen würde. Er antwortete mir: «I’m a man.» Danach war er unglaublich. Marco Bührer sagte, er habe noch nie so ruhige Zeiten vor seinem Tor erlebt.