Anttoni Honka spricht über seine Metamorphose beim HC Ajoie
07/11/2026
Mit einem berauschenden Saisonstart im Trikot des HC Ajoie – 10 Tore und 17 Punkte in 19 Spielen – nimmt Anttoni Honka seine eigenen Statistiken dennoch mit einer gewissen Distanz zur Kenntnis: «Ich weiss nicht wirklich, woher diese Form kommt. Ich habe einfach versucht, mehr zu schiessen», erklärt er gegenüber Ilta-Sanomat.
Dieser offensive Erfolg verdeckt vor allem eine tiefgreifende Entwicklung in seiner Herangehensweise an das Spiel. Bei den Junioren für sein reines Talent an der Scheibe bekannt, musste der 26-jährige Finne mehrere Hürden überwinden – darunter ein einjähriges Gastspiel in Nordamerika bei den Chicago Wolves, ohne je NHL-Luft geschnuppert zu haben –, um auf dem Eis zu reifen: «Wenn die Position Verteidiger heisst, muss man auch verteidigen. Davon geht alles aus», stellt Honka klar. «Es hängt vielleicht auch damit zusammen, wie ich Kritik und Ratschläge aufgenommen habe. Sobald man beginnt, diese Aspekte besser zu verstehen und darüber nachzudenken, merkt man, dass sich die Dinge sehr schnell entwickeln.»
Diese neue Reife brachte ihm ein, bereits im Sommer von Ville Peltonen zum Captain des HC Ajoie ernannt zu werden, obwohl er zuvor noch nie einen Buchstaben in einer Kabine getragen hatte. Eine Verantwortung, die er ohne Zögern annahm: «Direkt ins kalte Wasser! Das ist sehr gut. Ich versuche, auf meine Weise mit gutem Beispiel voranzugehen, auf dem Eis und durch meine tägliche Einstellung.»
Auf dem jurassischen Eis teilt er zum ersten Mal eine komplette Spielzeit mit seinem älteren Bruder Julius Honka (30 Jahre): «Jetzt ist es unsere erste komplette Saison zusammen. Das ist wirklich schön, wir verbringen abseits der Eishalle viel Zeit miteinander.» Was die Aussicht betrifft, historische Torrekorde für einen Verteidiger in der Schweiz wie jene von Ron Wilson (39 Tore), Reijo Ruotsalainen (26 Tore) oder seinem Assistenztrainer Petteri Nummelin (21 Tore) ins Visier zu nehmen, lächelt der Betroffene lieber: «Ich werde den Rekord mit Sicherheit nicht erreichen. Aber was den Rest angeht, habe ich diese Anekdoten direkt aus dem Mund von Herrn Nummelin zu hören bekommen.»
Von Spitzenklubs mit deutlich höheren Budgets umworben und mit dem feststehenden Abschied aus Pruntrut am Ende der Saison, bekennt sich Honka voll und ganz zu seinem Willen, seinen Aufstieg fortzusetzen: «Wenn ich das Gefühl habe, eine Stufe erklommen zu haben, möchte ich eine neue Herausforderung annehmen. Ich habe Lust zu sehen, wie weit ich mich noch verbessern kann.»