Ambri-Piotta holt Führungskraft aus Davos zur Finanzsanierung – Formenton-Transfer zum HCD geplatzt
17/06/2026
Der HC Ambri-Piotta setzt seine tiefgreifende Reorganisation fort. Der Tessiner Club hat eine erneute Veränderung an seiner Spitze bekannt gegeben: Ivan Fanconi wurde zum neuen CEO ernannt. Der aktuelle Finanzdirektor des HC Davos wird Andreas Fischer ablösen und ist damit bereits der vierte Amtsinhaber seit 2023, wie die NZZ berichtet.
Andreas Fischers Amtszeit war alles andere als ruhig. Erst im Sommer 2024 angetreten, musste er sich oft in einem angespannten Umfeld unter der Präsidentschaft von Filippo Lombardi zurechtfinden. Seine Rolle beschränkte sich häufig auf das tägliche Krisenmanagement, mit wenig Spielraum für strategische Entwicklungen. Zuletzt musste er sogar interimistisch die Frauenmannschaft als Cheftrainer unterstützen.
Über den Führungswechsel hinaus bleiben die Herausforderungen für Ambri-Piotta immens. Der Club kämpft seit mehreren Jahren mit wiederkehrenden finanziellen Schwierigkeiten. Die Schulden aus dem Bau der 2021 eingeweihten Gottardo Arena belasten die Finanzen weiterhin erheblich, während die von der Eidgenossenschaft gewährten Covid-Darlehen noch nicht zurückgezahlt wurden. In den letzten Jahren wurden zudem mehrfach Verzögerungen bei Lohn- und Sozialleistungszahlungen gemeldet.
Auf sportlicher Ebene scheint sich ein weiteres Dossier gemäss derselben Quelle entwickelt zu haben. Der seit mehreren Monaten diskutierte Transfer von Alex Formenton nach Davos wird sich letztlich nicht materialisieren. Gemäss verschiedenen Informationen hat der HC Davos diese Spur aufgegeben. Der 26-jährige kanadische Stürmer, der letztes Jahr in Kanada in einem Fall von sexueller Nötigung freigesprochen wurde, soll das Interesse einiger NHL-Organisationen geweckt haben, insbesondere in Florida und Las Vegas. Ein vorzeitiger Rücktritt wurde vom Spieler während seiner Zeit in Ambri ebenfalls in Betracht gezogen.