Toni Rajala hat zu Beginn der Saison die symbolische Marke von 500 absolvierten Spielen in der Schweizer National League überschritten.
Mit 34 Jahren zeigt der finnische Stürmer, der seit 2016 dem EHC Biel-Bienne treu geblieben ist, immer noch die gleiche Spiellust. Toni Rajala hat viele Ligen auf unserem Kontinent kennengelernt und sich daher ein gutes Bild von den Meisterschaften gemacht: „Für mich ist die SHL die beste Liga Europas. Die besten Spieler sind vergleichbar mit denen in der Schweiz, aber die Kadertiefe ist eindeutig überlegen. Das Spiel wird mehr von der Verteidigung aufgebaut und es ist schwieriger, Chancen zu kreieren", erklärt er in einem langen Interview mit Jatkoaika.
In der Schweiz findet Rajala jedoch seine Stabilität. 2016 mit einem Einjahresvertrag nach Biel gekommen, ist er zum Ausländer geworden, der am längsten bei einem Club der National League geblieben ist. Mit den Playoffs eingerechnet, übertrifft er heute die 520 Spiele. Als zweitbester Torschütze der Clubgeschichte wird er nur von Normand Dupont übertroffen. „Die Zeit ist hier wirklich schnell vergangen. Das Spiel hat all diese Jahre gut funktioniert und ich habe tatsächlich Erfolge gesammelt. Wer weiß, vielleicht sehe ich mit diesen Verdiensten eines Tages mein Trikot unter dem Dach der Tissot Arena hängen."
Gerüchte über eine mögliche Schweizer Einbürgerung kursierten, aber der Hauptbetroffene relativiert. „Ich kann erst Anfang 2027 einen Antrag stellen, da in meiner ersten Saison ein falsches Dokument ausgefüllt wurde und dieses Jahr nicht zählt. Und es ist nicht nur eine Formalität: Man muss seine Sprachkenntnisse und seine Kenntnis des Landes nachweisen."
Mit bald 35 Jahren weigert sich Rajala, sich auf sein Alter zu konzentrieren. „Ich fühle mich eher wie 28. Natürlich habe ich mich verändert: Der etwas „kindliche" Teil ist verschwunden. Und die Vaterschaft verändert viel, mit einem vierjährigen Sohn und einer fast zweijährigen Tochter."
Er bemerkt auch die Entwicklung des Spiels in der Schweiz: „Vor zehn Jahren spielten wir manchmal sehr offenen Hockey. Heute ist die Verteidigung viel strukturierter."
Die aktuelle Saison ist schwieriger für den EHC Biel-Bienne, der um einen Playoff-Platz kämpft. Rajala durchlebt selbst nach einem ausgezeichneten Saisonstart eine schwierigere Phase. „Der Saisonstart war sehr gut, dann gab es nach der Nationalmannschaft ein Tief. Man muss glauben, dass das neue Jahr neuen Schwung bringt und ich dem Team wieder mit Toren helfen kann."
Was die Fortsetzung seiner Karriere betrifft, ist noch nichts entschieden, auch wenn Biel und Tampere die wahrscheinlichsten Optionen bleiben. „Ich bin von schweren Verletzungen relativ verschont geblieben. Ich habe das Gefühl, dass meine Bewegungs- und Schlittschuhqualitäten immer noch da sind. Solange ich gesund bleibe und die Lust da ist, erscheint mir das Spielen bis 40 nicht unrealistisch."
