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Todd Elik: Eine emotionale Rückkehr in die Schweiz


07/08/2026

Als ikonische Figur der SCL Tigers nutzte Todd Elik einen dreiwöchigen Aufenthalt in der Schweiz, um alte Freunde zu treffen, aber auch, um eine seiner treuesten Fans zu besuchen. In Rümlang traf der 60-jährige Kanadier auf Anna Schmidhauser, eine 103-jährige Langnau-Anhängerin, die ihn seit Jahrzehnten verehrt.

Die Geschichte, die uns die Berner Zeitung erzählte, begann letzten Herbst, als Schmidhauser von ihrer Leidenschaft für den Sport und insbesondere für Elik berichtete. Ihre Familie leitete den Artikel an den Kanadier weiter, der ihr daraufhin einen Geburtstagsbrief schrieb – auf Deutsch, obwohl er die Sprache nicht spricht. Er wollte sie schon lange treffen.

Der Besuch war für Schmidhauser besonders symbolträchtig; sie hatte zu diesem Anlass ihr SCL Tigers-Trikot mit der Nummer 12 und dem Namen Elik hervorgeholt. Sie erinnert sich insbesondere an die Rolle, die der Kanadier im Frühjahr 1999 im Barragespiel gegen Chur spielte. Im siebten Spiel, das Langnau mit 7:2 gewann, war Elik an allen sieben Toren beteiligt. «Elik hat uns gerettet», meint sie noch heute.

Der Kanadier, einst bekannt für seinen explosiven Charakter und seine vielen Strafminuten, zeigte sich dieses Mal von einer anderen Seite: als aufmerksamer Besucher, der sich Zeit nahm, mit seiner Bewunderin zu sprechen und sich für ihr Leben zu interessieren. Er fragte sie unter anderem nach dem Geheimnis ihrer Langlebigkeit. Schmidhausers Antwort: «Wegen der schönen Männer.» Die Hundertjährige schätzt Wein, zuckerhaltige Getränke und Kaffee mehr als Wasser und geniesst auch gerne einen Gin Tonic nach einem Eishockeyspiel.

Dieses Treffen findet jedoch in einer besonderen Zeit für Elik statt. Der ehemalige Spieler kämpft seit Februar gegen Darmkrebs mit Lebermetastasen. Seit April hat er bereits sechs Zyklen Chemotherapie hinter sich. Eine einmonatige Pause in seiner Behandlung ermöglichte ihm die Reise in die Schweiz.

Elik zeigt sich besonders kämpferisch und positiv. Laut ihm hat sich der Tumor um mehr als 50% verkleinert, und trotz einiger Müdigkeitsanfälle behauptet er, dass seine Krankheit seinen Alltag nicht durcheinandergebracht hat. Seine Ärzte schätzen seine Heilungschancen auf etwa 20%, doch der Kanadier weigert sich aufzugeben. Sein Ziel ist klar: in einem Jahr krebsfrei zu sein.

Nach seiner Spielerkarriere möchte Elik auch wieder eine Rolle im Schweizer Eishockey übernehmen. Er trainiert derzeit ehrenamtlich ein Juniorenteam in Assiniboia, Kanada, mit dem er als «Coach of the Year» ausgezeichnet wurde. Vor zwei Jahren wäre er beinahe in die Schweiz zurückgekehrt, um mit Wiki-Münsingen zusammenzuarbeiten, doch seine Arbeitserlaubnis wurde ihm verweigert.

Bevor er wieder abreiste, versprach Elik, Anna Schmidhauser nächstes Jahr wieder zu besuchen. Eine Begegnung zwischen zwei Persönlichkeiten, die scheinbar alles trennt, aber die gleiche Leidenschaft für das Eishockey und vor allem die Entschlossenheit teilen, angesichts von Schwierigkeiten nicht aufzugeben.