Sam Hallam zwischen Kritik und Selbstkritik
29/05/2026
Das Ausscheiden Schwedens im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen die Schweiz (1-3) markiert somit auch das Ende der Ära Sam Hallam an der Spitze der schwedischen Nationalmannschaft.
Nach vier Jahren als Nationaltrainer, die von zwei Bronzemedaillen gekrönt wurden, hat der schwedische Coach seinen Abschied bestätigt und macht Platz für Rikard Grönborg.
In einem Interview mit Viaplay erklärte Hallam, dass er die Rolle des Nationaltrainers in ihrer aktuellen Form für überholt halte.
«Ich denke, diese Rolle ist insgesamt ziemlich archaisch, wenn eine einzige Person die gesamte Verantwortung trägt. Das funktioniert anderswo nicht mehr so», erklärte er.
Der schwedische Trainer nannte insbesondere Kanada und die Vereinigten Staaten als Beispiele, wo die Verantwortlichkeiten stärker auf mehrere Manager und General Manager verteilt sind. Seiner Meinung nach hat sich das schwedische Modell seit der Ära von Conny Evensson praktisch nicht weiterentwickelt.
Hallam räumt auch seinen Anteil an der Verantwortung für die enttäuschenden Ergebnisse bei den jüngsten Großturnieren ein, insbesondere bei den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften.
«Es gibt Entscheidungen, die ich gerne anders getroffen hätte. Die Kaderauswahl, bestimmte Spielerentscheidungen… natürlich denkt man darüber nach», gab er zu.
Der 46-jährige Trainer erklärt jedoch, dass er sich bereits seit der Vorsaison am Ende seines Mandats gefühlt habe, da die letzten beiden Jahre mit der Abfolge großer internationaler Wettbewerbe besonders anspruchsvoll gewesen seien.
Er zeigt sich hingegen optimistisch für die Zukunft des schwedischen Eishockeys unter der Leitung von Rikard Grönborg. Hallam ist der Ansicht, dass Schweden heute über eine besonders talentierte Generation verfügt, die insbesondere von Viggo Björck, Ivar Stenberg oder Anton Frondell angeführt wird.
«Diese jungen Spieler haben ein aussergewöhnliches Niveau. Eine solche Generation hatten wir in den letzten Jahren nicht unbedingt», betonte er.