PostFinance Women's League: Clubs besorgt über Ambrìs Rückzug, bleiben aber engagiert für Frauen-Eishockey
14/08/2026
Der plötzliche Rückzug des Frauenteams des HC Ambrì-Piotta aus der PostFinance Women’s League sorgt weiterhin für Reaktionen in der Liga. Während die Klubs die Tessiner Entscheidung bedauern und sich fragen, wie sie kommuniziert wurde, bleiben sie vom Potenzial und der Zukunft des Schweizer Frauen-Eishockeys überzeugt.
Die ZSC Lions, die Neuchâtel Hockey Academy und der EV Zug äusserten in einer gemeinsamen Mitteilung ihre Enttäuschung über diese Entscheidung, die nur wenige Wochen vor Saisonbeginn bekannt gegeben wurde. Insbesondere teilen diese Klubs nicht die Analyse, dass es in Ambrì keine ausreichenden Perspektiven für den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Teams gäbe.
Auch der Zeitpunkt wird kritisiert. Bei den HCD Ladies meint die General Managerin und Assistentin Livia Altmann, dass die Ankündigung zu spät erfolgte, da der Saisonkalender bereits feststand. Der Tessiner Rückzug hat somit Auswirkungen auf alle Klubs, insbesondere da die Saison nun mit sieben Teams ausgetragen werden soll.
Eine Liga, die ihre Entwicklung fortsetzen will
Trotz dieser Situation stellen die betroffenen Klubs die aktuelle Dynamik der PostFinance Women’s League nicht in Frage. Sie betonen im Gegenteil eine Phase des Wachstums und der Professionalisierung, mit einer steigenden Anzahl an Spielerinnen, sich verstärkenden Ausbildungsstrukturen und einer zunehmenden sportlichen Qualität.
Die ZSC Lions, die Neuchâtel Hockey Academy und der EVZ bekräftigen somit ihren Willen, zu einer starken, nachhaltigen und zukunftsorientierten Liga beizutragen. Für sie muss die erste Liga den Schweizer Talenten weiterhin attraktive Bedingungen und langfristige Perspektiven bieten.
Livia Altmann teilt diesen Wunsch. Für die Davoser Verantwortliche führt die Professionalisierung insbesondere über eine grössere Kaderbreite. Vier Linien stellen ihrer Meinung nach die ideale Konfiguration dar, sowohl für ein korrektes Training als auch um verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren.
Weniger Spiele, doch Lösungen müssen gefunden werden
Mit dem Rückzug von Ambrì und dem Aufstieg des Lausanne HC wird die Liga in dieser Saison voraussichtlich sieben Teams umfassen. Diese Konstellation wird zwangsläufig zu einer Verringerung der Anzahl Begegnungen führen.
Die HCD Ladies versuchen jedoch, diese Einschränkung in eine Chance umzuwandeln. Die Reduzierung des Spielplans könnte insbesondere den Spielerinnen, die grösstenteils keine Profis sind und neben dem Hockey arbeiten, mehr Erholungszeit ermöglichen. Der Klub prüft auch die Möglichkeit, zusätzliche Spiele ausserhalb der Meisterschaft zu organisieren.
Davos musste seine Vorbereitung nach der Absage eines Spiels gegen Ambrì bereits überarbeiten. Die Bündnerinnen treffen schliesslich auf Fribourg-Gottéron, bevor sie nach Deutschland reisen, um sich mit Memmingen, dem deutschen Meister der letzten vier Saisons, zu messen.
Die Tessiner Spielerinnen im Zentrum der Besorgnis
Das Schicksal der vom Ambrì-Rückzug betroffenen Spielerinnen ist ebenfalls Anlass zur Sorge. Mehrere von ihnen haben bereits die HCD Ladies kontaktiert, die sich dafür aussprechen, dass diese Spielerinnen einen neuen Verein finden können, um ihre Entwicklung fortzusetzen.
Davos plant derzeit jedoch keine zusätzlichen Verpflichtungen, da der Kader bereits komplett ist.
Über die unmittelbaren Schwierigkeiten hinaus wollen die Klubs daher eine positive Vision bewahren. Die jüngsten Leistungen der Schweizer Nationalmannschaft, insbesondere die olympische Medaille im Jahr 2026, verdeutlichen ihrer Meinung nach das Potenzial des Schweizer Frauen-Eishockeys und die Bedeutung einer soliden nationalen Meisterschaft, um die Spielerinnen weiterzuentwickeln.