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Eine happige Geldstrafe für Patrick Fischer wegen seines gefälschten Covid-Zertifikats


14/04/2026

Wie wir Ihnen gestern mitteilten, ist der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er bei den Olympischen Winterspielen 2022 in China ein gefälschtes Covid-Zertifikat verwendet hatte.

Laut einem rechtskräftigen Strafbefehl, der von SRF enthüllt wurde, hatte sich der Luzerner Coach über den Messenger-Dienst Telegram ein betrügerisches Zertifikat beschafft. Dieses Dokument bezeugte fälschlicherweise zwei Impfungen, die im Oktober und November 2021 erfolgt sein sollten.

Im Februar 2022, mitten in der Pandemie, reiste Fischer anschliessend nach China, um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, wohlwissend, dass eine Einreise ohne gültiges Zertifikat unmöglich war. Die Luzerner Justiz befand ihn der Urkundenfälschung für schuldig und verhängte eine unbedingte Busse von 38’910 Franken.

Von den SRF-Journalisten mit den Fakten konfrontiert, entschied sich der Nationaltrainer, sich öffentlich in einem Video zu äussern. Darin räumt er einen Fehler ein und entschuldigt sich, indem er zugibt, sein Umfeld und die Öffentlichkeit enttäuscht zu haben.

Der Fall löst auch kritische Reaktionen im medizinischen Bereich aus. Rudolf Hauri, ehemaliger Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, bezeichnet dieses Verhalten als «schockierend» und erinnert an die Vorbildfunktion, die von einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens erwartet wird, insbesondere in einem so sensiblen gesundheitlichen Kontext.

Dieser Fall ereignet sich zu einem besonderen Zeitpunkt für das Schweizer Eishockey. Patrick Fischer, der als erfolgreichster Nationaltrainer in der Landesgeschichte mit mehreren WM-Silbermedaillen gilt, steht kurz davor, sein Amt nach der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 niederzulegen, die am 15. Mai beginnt.