Die Lohnspirale dreht sich unvermindert weiter
16/11/2018
Der Grossteil der Eishockeyschweiz war erleichtert über den Ausgang der Abstimmung. Für den Hauptgrund dieses Antrages wurde jedoch noch keine Lösung gefunden. Die Spieler der National League gehören zu den Bestverdienenden in Europa und die immer weiter steigenden Lohnkosten belasten die finanzielle Situation der Clubs jedes Jahr aufs Neue. Schauen wir uns mal an, welche Rahmenbedingungen gelten und wieso es überhaupt so weit gekommen ist.
Wirtschaftliche Betrachtung
Ein Preis ergibt sich aufgrund von Angebot und Nachfrage. Ist das Angebot (in diesem Falle die Anzahl guter Spieler) knapp und die Nachfrage (verfügbare Plätze im Kader der Clubs) gross, erhöht sich nach und nach der Preis. Auch sogenannte „psychologische Effekte“ können dafür verantwortlich sein: zum Beispiel eine längerdauernde Niederlagenserie, die Angst vor einem drohenden Abstieg, medialer Druck und ähnliches. Diese äusseren Einflüsse können zu Überreaktionen führen und als Folge den Preis bzw. den Lohn in die Höhe treiben. In der Wirtschaftslehre treffen sich auf dem «fiktiven» Spielermarkt die Clubs, die Spieler und deren Vermittler und verhandeln über die Konditionen. Gerade die Vermittler, wir kennen sie als Spieleragenten, können durch gute Verkäuferqualitäten und situationsbezogene Angebote (den passenden Spieler für die zu besetzende Position) den Preis in die Höhe treiben. Gerade im hiesigen Eishockey kommt noch die geografische Begrenzung hinzu. Die Verfügbarkeit von Spielern mit Schweizer Lizenz ist beschränkt. Wenn dann plötzlich noch zusätzliche finanzielle Mittel (Mäzenen, Donatoren, Mehrerträge aus TV-Verträgen u.ä.) zur Verfügung stehen, wird der Preis nochmal in die Höhe getrieben.
Rechtliche Betrachtung
Eingriffe in den Markt müssen ausreichend gesetzlich und/oder vertraglich geregelt werden und können negative Auswirkungen haben: Beispielsweise die Einschränkung von wirtschaftlich Starken, Strukturerhaltung durch Zuschüsse an wirtschaftlich Schwache, das Verhindern von Konkursen und so weiter. Bestehen Vereinbarungen (wie beispielsweise unser Gentlemen Agreement über die Anzahl von ausländischen Spielern) dann sind diese nur wirksam, wenn sie für alle offensichtlich kontrollierbar sind (z.B. Anzahl ausländische Spieler auf dem Eis). Es muss zu jeder Zeit feststellbar sein, dass sich alle Vertragsparteien an das Abkommen halten. Im vorgenannten Falle ist die Einhaltung leicht zu kontrollieren, die Aufstellungen für die Spiele werden veröffentlicht.